Burgruine „Freienstein“

Vom Neckar her erreichen wir nun wieder Beerfelder Land, genauer gesagt, das Gammelsbachtal.

Gammelsbach ist ein Stadtteil von Beerfelden und eine Gemeinde mit zerstreut liegenden Gehöften und die uns interessierende Burgruine „Freienstein“.

Die im 13. Jahrhundert auftretenden Herren von Freienstein waren Erbacher Burgmannen; Angehörige des Geschlechts der Herren von Waldau (Wasserburg bei Wahlen) sollen die Burg Freienstein erbaut haben, ihr Gebiet hieß, ehe es an Erbach kam, das „Waldauer Lehen“.

Die gewaltige Schildmauer der Burg im Norden stürzte 1988 ein, so dass von dem Bauwerk immer weniger Teile übrigbleiben, die Kunde geben von der einstigen Ritterzeit auf  Freienstein. Schon 1810  schenkte Graf Albert zu Erbach-Fürstenau den brandgeschädigten Beerfeldenern Dachziegel und Bauholz der Burg für die Errichtung von Behelfsbauten.

So wurde Freienstein zur Ruine. Was letztendlich übrigblieb,  steht seit geraumer Zeit unter Denkmalschutz. Seit dem Jahr 1990 finden hier immer wieder Sanierungsarbeiten statt.

Geschichte -Mittelalter

Das „Schloss Freienstein“ wurde 1297 erstmals erwähnt. Wer die Erbauer der Burg waren, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Sie dürfte im Gefolge der Auflösung der Reichsabtei Lorsch und der Aufteilung ihres Besitzes im Dreieck der Herrschaftsverhältnisse zwischen den Pfalzgrafen, den Schenken von Erbach und Kurmainz entstanden sein.

Einiges an der noch vorhandenen Bausubstanz deutet ebenfalls in diese Zeit. Zwei erhaltene, aber vermauerte gotische Spitzbogenfenster dürften der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts angehören. Weiterhin lässt sich rekonstruieren, dass in einer frühen Bauphase anstelle der späteren Schildmauer ein mächtiger Wohnturm vorhanden gewesen sein muss, der als Donjon aufzufassen ist.

Bereits seit 1280 sind die Herren von Freienstein belegt, später sind sie als Erbacher Burgmannen in der Burg nachgewiesen. Weiterhin sind die Echter, die von Schöllenbach und möglicherweise die von Hochhausen zu erschließen, die als Ministeriale im Umfeld der Grafschaft Erbach häufiger anzutreffen waren.

Urkundlich ist bekannt, dass 1366 Pfalzgraf Ruprecht I. seine Einwilligung gibt, dass Schenk Konrad von Erbach seine Ehefrau Margarete bewittumt. Das Zubehör der Burg umfasst zu diesem Zeitpunkt Gammelsbach, Hebstahl, Schöllenbach, Hohenberge, Beerfelden, Etzean, Erlenbach, Hüttental und Hiltersklingen. Zweiundzwanzig Jahre später gibt Pfalzgraf Ruprecht seine Zustimmung, dass Schenk Eberhard von Erbach seine Ehefrau Else, geborene von Kronberg, auf 1/4 der Feste Freienstein mit Zubehör bewittumt. Nur ein weiteres Jahr später darf Schenk Konrad von Erbach mit Zustimmung des Pfalzgrafen seinen Viertelsanteil an der Burg an Contz von Helmstadt verpfänden. 1398 belehnt der Pfalzgraf Schenk Eberhard von Erbach mit der ganzen Burg nebst Zubehör. Belehnungen der Erbacher durch die Pfalzgrafen erfolgen nochmals 1443, 1653 und 1720.

In späterer Zeit diente die Burg den Erbacher Grafen zur Sicherung ihrer südlichen Herrschaftsgrenze, zur Überwachung des Verkehrs im Gammelsbachtal und als Verwaltungssitz des Amtes Freienstein. Die Burg verblieb bis zum Aussterben der Erbacher Linie der Schenken im Jahr 1503 in deren ungeteiltem Besitz, während die umliegende Zent Beerfelden sich im gemeinsamen Besitz der Erbacher Linie und der Linie Reichenberg-Fürstenau befand.

Quelle und weitere Infos Wikipedia

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